Seit 2000 dolmetsche ich freiberuflich für Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen aus der Deutschen Laut- und Schriftsprache in die Gebärdensprache und umgekehrt. Das weiterbildende Studium zur staatlich geprüften Gebärdensprachdolmetscherin habe ich an der Fachhochschule sowie der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main absolviert.


Mit ihrer eigenen Grammatik ist die Gebärdensprache eine eigenständige und vollwertige Sprache, deren Ästhetik und Ausdrucksstärke mich schon als Jugendliche begeistert hat. Sie erlaubt es ganz still miteinander zu kommunizieren, sich aber ebenso “anzuschreien”. In Kursen habe ich mir bereits während der Schulzeit die Grundlagen dieser Sprache angeeignet, und letztendlich so mein Hobby zum Beruf gemacht.

An meiner Arbeit liebe ich die Abwechslung. Es sind die vielen verschiedenen Themen und die unterschiedlichen Menschen, die meinen Beruf so lebendig machen. Auch freue ich mich, dass ich mit meiner Tätigkeit dazu beitragen kann, eine gleichberechtigte Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden zu ermöglichen. Noch immer gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse gegenüber Gehörlosen und der Gebärdensprache.


Es ist mir wichtig, dass Gehörlose als Angehörige einer sprachlichen Minderheit verstanden – und nicht als behindert abgestempelt werden. Dieser Aspekt war auch Forschungsgegenstand meiner Diplomarbeit. Die Gebärdensprache hat viele Vorzüge gegenüber dem Absehen von den Lippen, das häufig nicht korrekt als “Ablesen” bezeichnet wird. Nonverbale Gestiken wie Intonation, Lautstärke oder die Sprechgeschwindigkeit gehen beim Lippen absehen verloren und führen zu Missverständnissen und einem unbefriedigendem Dialog.